Von wegen Abstellgleis für Teilzeit-Mütter!

So sicherst du dir beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit eine spannende Aufgabe


Von Jérôme Wend

Du bist gerade in Elternzeit und überlegst, bald wieder in den Job zurückzukehren? Fragst du dich jetzt auch so Dinge wie: „Na, was da wohl auf mich zukommt?“ „Was werde ich bloß für eine Aufgabe bekommen, wenn ich in Teilzeit zurückkehre?“

Da bist du nicht allein.

Hier teile ich Tipps und Tricks mit dir, die bei vielen Eltern gut funktioniert haben, um sich eine interessante Aufgabe nach der Elternzeit zu sichern. 

Das sind alles Dinge die du auch tun kannst, um einen guten Wiedereinstieg zu haben.

Also, bist du dabei?

So nimmst du die Sache selbst in Hand, um eine Aufgabe zu bekommen, die deinen Ansprüchen genügt.

Los geht’s!

Zwei Bereiche solltest du dir dafür anschauen:

Erstens „Was sollte ich für mich klären?“ und zweitens „Worüber sollte ich mit meinem Arbeitgeber sprechen?“

 

Was sollte ich für mich klären?

  1. Warum will arbeiten?

Frag dich: „Warum will ich jetzt zurück in den Job?“ Hier ist wichtig für dich herauszufinden, was dich bewegt: Ist es wirklich dein eigener Wunsch in deinen Beruf zurückzukehren oder ist es eher der Druck von außen und die Sorge, nicht zu lange draußen zu bleiben?

Gründe gibt es viele: Du willst Abwechslung aus dem Eltern-Alltag, du brauchst das Geld einfach für Rechnungen oder deinen Lebensstil. Oder du hast Angst um deine Karriere, Angst was zu verpassen, usw.

Entscheidend ist, dass du dir bewusst machst, aus welcher Motivation du handelst. Sei da total ehrlich mit dir selbst, dann wirst du den Schritt auch nicht bereuen…, auch wenn du dich für die Kopflösung entscheidest und nicht für das was du vom Herzen her tun möchtest… DU bestimmst, was deine Gründe sind.

 

  1. Wie will ich arbeiten?

Wenn das geklärt ist, frag dich: Was ist jetzt für die nächste Zeit der richtige Rahmen? Welches Arbeitszeitmodell passt zu meiner Situation und wieviele Stunden machen für mich Sinn?

Frag dich: „Was mache ich gerne?“ „Was für eine Art Arbeit will ich machen?“. Willst du alleine arbeiten oder lieber im Team? Willst du jemandem zuarbeiten? Wieviel Verantwortung willst du jetzt übernehmen? Hast du dann noch genug den Kopf frei, wenn die Arbeitszeit vorbei ist und du dich um dein Kind und deine Freizeit kümmern willst? Was passt jetzt zu deiner Lebenssituation?

 

  1. Was möchte ich jetzt machen?

Als nächstes solltest du dich fragen: „Was macht eine interessante Aufgabe für mich aus?“ Hey! Und vielleicht weißt du sogar genau, was du tun willst? 

Überlege dir, was jetzt für dich Priorität hat. Wie soll die Aufgabe sein? Definiere deine Kriterien und Maßstäbe. Was ist jetzt die perfekte Aufgabe für dich? Welchen Kriterien soll sie entsprechen? Willst du Mehrwert schaffen für die Firma? Soll es dich inhaltlich interessieren? Soll es dich mit anderen Leuten zusammenbringen? Keine Scheu! Und keine Rücksicht auf die Realität auf die Realität in der Firma. Schreibe dir selbst deine „So-Wünsch-ich-es mir-halt-Stellenbeschreibung!“…. Musst du sie jemand zeigen? Nee… aber lass mal raus, wie du es wirklich wirklich haben willst. Dann weißt du, wonach du fragst. Und du hast eine „Schablone“, mit der du jedes Angebot vergleichen kannst.

 

  1. Bin ich bereit für Neues?

Oft höre ich: „Am besten soll alles so sein wie vorher, als ich in den Mutterschutz gegangen bin: Gleicher Job, gleiches Team, gleicher Chef usw."

Mein Tipp ist hier: Sei offen für neue Angebote! Denn: Unverhofft kommt oft! Manchmal findest du deinen idealen Arbeitswunsch in einer neuen Stelle oder einer anderen Abteilung.

Bleib nicht zu sehr an dem Alten und Gewohnten hängen. Du bist jetzt in einer neuen Lebensphase. Also kein Eltern-schämen und so tun als wärst du die Gleiche wie früher. Bitte tu dir den Gefallen. 

Wenn du dich auf neue Situationen einlässt, vergleiche sie immer wieder mit deiner Wunschliste, passt das zu meinen Vorstellungen? Und dann wählst du bewusst aus, was für dich passt und was nicht. Genau deshalb hast du ja die Liste gemacht.

 

Worüber sollte ich mit meinem Arbeitgeber sprechen?

  1. Über dies und das

Überlege du selbst, wie und wie oft du mit deinem Vorgesetzten und deinen Kollegen Kontakt hältst. Wofür ist das gut? So gerätst du nicht so leicht in Vergessenheit. Dein Vorgesetzter weiß eher, woran er bei dir ist und wie deine Pläne ausschauen. Und du weißt, was die Firma bewegt und welche Themen in deinem Bereich gerade aktuell sind. Wichtig ist dabei, dass du Tempo und Frequenz bestimmst. Fühle dich nicht dazu verpflichtet. Die Gespräche sind unverbindlich. Der Kontakt ist eher auf sozialer, persönlicher, nicht auf fachlicher Ebene.

 

  1. Über deine Ideen

Wenn ich etwas immer wieder gehört habe, dann das: Chefs mögen es, wenn du ihnen Vorschläge machst. Das ist für sie weniger Arbeit und sie haben nicht das Gefühl, dich auf unangemessene Weise zu kontaktieren. Na und für dich ist das super, weil du dann zu gegebenem Zeitpunkt selber steuern kannst, was du gerne tun möchtest. Je mehr Möglichkeiten du erkennst, desto besser.

 

  1. Über offene Stellen

Darüber hinaus kannst du dich auch rechtzeitig mit etwas Vorlauf bei der Personalabteilung melden. Frage, was es für Eltern für Möglichkeiten gibt, in Teilzeit  zu arbeiten. Vielleicht gibt es neue Arbeitsmodelle, geteilte VZ-Stellen, flexible Arbeitszeiten, Home-Office, und sonstige Unterstützung für Eltern, um den Wiedereinstieg zu erleichtern.

 

  1. Über neue relevante Themen

Erkundige dich nach neuen Trends in deinem Bereich. Oft ist es doch so, dass alle so sehr mit dem Tagesgeschäft ausgelastet sind, dass keiner Zeit hat, sich neuen Themen zu widmen. Und das kann deine Chance sein! Wenn du dich in Teilzeit in Zukunftsthemen einarbeitest, Expertise aufbaust, kann daraus für dich ein Karrieresprungbrett werden. Zwei Personen konnten so über eine Aufgabe, die sie eher nebenbei gemacht haben, als Experten glänzen. Der eine ist quasi unkündbar geworden und die andere hätte sich mit dem Know-how überall auf höhere Positionen bewerben können.

 

  1. Über Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildungsmöglichkeiten erleichtern dir möglicherweise den Einstieg, um neue gefragte Fähigkeiten aufzubauen und an interessante Projekte zu kommen. Und es ist eine Möglichkeit ungezwungen über die Abteilung hinaus im Unternehmen zu netzwerken. Eine Klientin hat ihren Traumjob nach dem Wiedereinstieg bekommen, als sie mit einer Kollegin aus einem anderen Bereich ins Gespräch kam, und sie dann den Hinweis über eine neue offene Stelle erhielt.

 

Du musst nicht alles von dem machen, was an Tipps oben steht. Gut ist es zu erkennen, dass du etwas tun kannst. Finde heraus, welche Kombination am besten zu dir passt. Ich kenne zu jedem Punkt Klientinnen, die damit gute Erfahrungen gemacht haben.

Wenn du deine Situation nicht im Alleingang durchstehen möchtest, sondern dich austauschen und individuell vorbereiten willst, dann schau dich auf unserer Website um oder frag uns wie wir dir helfen können.